Text Georg Soller, Fotos Stefan Gaspar

Ein ganz besonderer Adventskalender

Veronika Speil, voll konzentriert beim Flötenspiel

Veronika Speil, voll konzentriert beim Flötenspiel.

Jeden Tag ein neues Türchen: Musikschüler haben 24 weihnachtliche Stücke eingespielt

 

Adventskalender haben eine lange Tradition und trotzdem sind sie so angesagt, wie selten zuvor: Pünktlich zum 1.Dezember öffnet sich heute auch das erste Türchen des musikalischen Adventskalenders der städtischen Musikschule. Und dieser Adventskalender hat eine ganz besondere Geschichte.

 

Früher waren es nur kleine Bildchen, die sich hinter den 24 Türchen verborgen haben, später gab es Adventskalender mit Schokolade.

Mittlerweile bieten Schokoladenhersteller ihr gesamtes Sortiment auf, um es variantenreich hinter den 24 Türchen zu verstecken. Es gibt Spielzeug-Adventskalender für Kinder und Erwachsene, Rätselkalender oder Los-Kalender für Menschen auf der Suche nach Glück. Auf der Suche nach einer Auftrittsmöglichkeit für Musikschüler hat der Leiter der städtischen Musikschule, Sebastian Bortolotti, jetzt ebenfalls das Format des Adventskalenders entdeckt.

 

„Das alljährliche Adventskonzert in der Maria-Hilf Kirche, bei dem das Jahr immer gesellig ausgeklungen ist, muss dieses Jahr aus den bekannten Gründen ausfallen. Dennoch möchten wir als Musiklehrer die Kultur und unsere Musik in der adventlichen Zeit nachdrücklich in Erinnerung rufen und auf eine ungefährliche Weise verbreiten“, sagte er.

Damit die Zeit bis zum Weihnachtsfest immer schön spannend bleibt, sind auf der Homepage www.musikschule.vilsbiburg.de 24 kleine Musikfilme hinter elektronischen Türchen versteckt. Ab heute kann jeden Tag ein neues Fenster geöffnet werden. Die 24 Beiträge bleiben bis zum 31.Dezember auf der Homepage und können jederzeit abgerufen werden.

 

Aufnahmequalität noch einmal verbessert

„Uns war es ein großes Anliegen, dass wir unseren Schülern in dieser stillgelegten Zeit Möglichkeiten bieten, sich dem ganzen Alltagsstress für kurze Zeit zu entziehen“, sagt Bortolotti. Und natürlich biete auch ein Online-Konzert den Ansporn, mit größerem Nachdruck zu üben.

In den Einzel- und Ensemblestunden wurden deshalb bekannte Weihnachtslieder in unterschiedlichen Versionen erarbeitet und zum Ende der Herbstferien – selbstverständlich mit Abstands- und Hygieneregeln- im Saal der städtischen Musikschule unter der technischen Leitung von Roland Gallner und Sebastian Bortolotti in Bild und Ton aufgenommen.

Für den Adventskalender haben die beiden technikbegeisterten Musiklehrer ihre Ausrüstung noch einmal aufgerüstet. „Auch wenn die Clips bereits im Vorfeld aufgenommen werden mussten, war uns der Livecharakter des jeweiligen Auftritts sehr wichtig“, erläuterte der Musikschulleiter den dafür betriebenen Aufwand.

Deshalb wurden die Kinder mit drei Kameras gleichzeitig aufgenommen, um den kompletten Auftritt aus verschiedenen Perspektiven zeigen zu können. Auch der Beleuchtung wurde diesmal ein höherer Stellenwert eingeräumt und spezielles Filmlicht eingesetzt.

 

Professionell ging Roland Gallner diesmal an die Tonqualität heran. Wurde das Sommerkonzert noch mit einem „direct-to-cam“-Verfahren gefilmt – der Ton also über das Mikrofon der Videokamera aufgenommen – so wurde die Musik für den Adventskalender mit speziellen Mikrofonen über ein Digitalmischpult aufgenommen. Damit konnten alle Instrumente einzeln abgemischt, im Hör-Panorama räumlich gesetzt und mit verschiedenen Effekten versehen werden – ähnlich wie in einem professionellen Aufnahmestudio. „In der Nachbearbeitung wurde die fertig gemischte Audiospur zusammen mit den drei Filmspuren im Multiclipverfahren geschnitten und zusammengeführt“, erläuterte Roland Gallner, der die technische Leitung inne hatte.

 

Mit den Musikspatzen in die Stadthalle

Deshalb war es auch möglich, für den Beitrag der Musikspatzen an zwei Orten aufzunehmen. Der Kinderchor ist die größte Gruppe im Adventskalender, deshalb wurden die Sänger für die Tonaufnahmen im Saal der Musikschule verteilt, für die Filmaufnahmen ging man in die Stadthalle, damit die Abstände eingehalten werden konnten und der Chor trotzdem wirkt.

Angemessen zum Chornamen wurde die Aufnahme aus der Vogelperpektive gefilmt. Mit einer Hebebühne wurde Kameramann Gallner von Thomas Zudok vom städtischen Bauhof unter das Dach der Stadthalle gefahren, bis alle Spatzen im Kasten waren.

 

„Trotz vieler Vorschriften, Auflagen und Regeln haben sich alle teilnehmenden Schüler vorbildlich und höchst diszipliniert verhalten. Das zeigt, was für tolle junge Leute an unserer Schule sind“, verteilte Sebastian Bortolotti sein Lob im Namen seines ganzen Lehrerteams.

 

 

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